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Baubeschluss zum Vollausbau der Castroper Straße zwischen Klinikstraße und Ruhrstadion

20261505 · Beschlussvorlage der Verwaltung · 02.07.2026 · Tiefbauamt

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📍 Castroper Straße · automatisch zugeordnet aus dem Vorlagentext, Kartendaten © OpenStreetMap.

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Beratungsfolge

Datum | Gremium | Ergebnis | 25.06.2026 | Bezirksvertretung Bochum-Mitte | noch nicht beraten | 02.07.2026 | Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur | noch nicht beraten |

Die Stadt Bochum will den zweiten Bauabschnitt der Castroper Straße zwischen Klinikstraße und Vonovia Ruhrstadion vollständig ausbauen. Die Verwaltung schlägt dem Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur vor, die Planung zu beschließen. Gesamtkosten: rund 16,9 Millionen Euro brutto.

Ausgangslage und Anlass

Die Fahrbahn der Castroper Straße befindet sich im betroffenen Abschnitt teilweise in schlechtem baulichen Zustand. Hinzu kommen noch vorhandene Gleise der ehemals oberirdisch geführten Straßenbahn der Linien 308/318, die seit den 1980er-Jahren nicht mehr benötigt werden. Eine grundlegende Verbesserung des Straßenzustands ist nach Einschätzung der Verwaltung nur durch einen Vollausbau möglich. Gleichzeitig soll die Umgestaltung genutzt werden, um den Radverkehr zu stärken und Schwammstadtelemente zur Regenwasserbewirtschaftung zu integrieren.

Der 2. Bauabschnitt umfasst die Castroper Straße von der Klinikstraße bis zum Ruhrstadion, den Stadionring bis zum Kreisverkehr sowie den Gersteinring bis zur Einfahrt der Landeserstaufnahmeeinrichtung. Die Planung schließt direkt an den bereits beschlossenen ersten Bauabschnitt vom Schwanenmarkt bis zur Klinikstraße an.

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Verkehrsführung für Kraftfahrzeuge

Die Castroper Straße ist Bestandteil des städtischen Vorbehaltsnetzes und verbindet die Innenstadt mit den Stadtteilen Grumme, Harpen, Gerthe und Hiltrop sowie den Autobahnen A40 und A43. Die geplante Verkehrsführung sieht für den Abschnitt zwischen Klinikstraße und Karl-Lange-Straße je einen Geradeausfahrstreifen pro Richtungsfahrbahn vor. An den Knotenpunkten bleiben Aufweitungen für Abbiegefahrstreifen bestehen. Die beiden Richtungsfahrbahnen werden durch einen begrünten Mittelstreifen mit einer Baumreihe getrennt. Die Geschwindigkeitsbegrenzung bleibt bei 50 km/h.

Östlich des Stadtbahn-Rampenauges auf Höhe des Ruhrstadions wird zunächst ein Provisorium eingerichtet, das die einstreifige Führung und Radfahrstreifen bis zum Knotenpunkt Karl-Lange-Straße/Quellenweg vorsieht.

Radverkehr und Fußverkehr

Ein zentrales Ziel der Neugestaltung ist die Schaffung komfortabler Radverkehrsanlagen. Geplant sind beidseitig 2,50 Meter breite Radfahrstreifen über die gesamte Länge des Abschnitts, die nahtlos an den ersten Bauabschnitt anschließen. Am Knotenpunkt Stadionring/Gersteinring erhalten Radfahrende in beiden Richtungen die Möglichkeit zum direkten Linksabbiegen über separate, rot eingefärbte Abbiegefahrstreifen.

Zwischen Park- und Radfahrstreifen ist grundsätzlich ein Sicherheitstrennstreifen von 0,75 Metern vorgesehen, um Dooring-Unfälle zu verringern. Im Stadionring werden Querschnittsanpassungen vorgenommen, um dort ebenfalls Radfahrstreifen zu ermöglichen.

Für Fußgängerinnen und Fußgänger werden Gehwegbreiten von mindestens 2,50 Metern realisiert. Durch den begrünten Mittelstreifen entstehen zwei zusätzliche Querungshilfen; alle Querungen werden barrierefrei nach Bochumer Standard ausgebaut.

Ruhender Verkehr

Im Bestand stehen insgesamt rund 107 öffentliche Stellplätze zur Verfügung, davon 77 baulich hergestellte Plätze in Schrägaufstellung in der Mittellage sowie weitere geduldete Parkplätze auf den Fahrspuren. Nach der Neugestaltung werden auf beiden Seiten Längspark­streifen mit rund 77 öffentlichen Stellplätzen eingerichtet, unterbrochen durch Baumstandorte, Zufahrten und Bushaltestellen. In Fahrtrichtung stadteinwärts ist zusätzlich eine 2,50 Meter breite Ladezone vorgesehen.

  • Bestand: 107 öffentliche Stellplätze
  • Nach Planung: 77 öffentliche Stellplätze in Längsaufstellung

Ergänzend steht auf dem angrenzenden Kirmesplatz ein gebührenpflichtiger Parkplatz zur Verfügung. Im Zusammenhang mit der geplanten Großsporthalle auf dem Kirmesplatz soll dort zudem ein Parkhaus entstehen.

Regelquerschnitt

Der Regelquerschnitt des 2. Bauabschnitts stellt sich zwischen Klinikstraße und Stadionring wie folgt dar:

  • ≥ 2,50 m Gehweg
  • ≥ 2,00 m Parkstreifen mit Bäumen
  • 0,75 m Sicherheitstrennstreifen
  • 2,50 m Radfahrstreifen (im Stadionring 2,00 m)
  • ≥ 3,25 m Fahrstreifen
  • 2,50 m begrünter Mittelstreifen
  • ≥ 3,25 m Fahrstreifen
  • 2,50 m Radfahrstreifen (im Stadionring 2,00 m)
  • 0,75 m Sicherheitstrennstreifen
  • ≥ 2,00 m Parkstreifen mit Bäumen
  • ≥ 2,50 m Gehweg

Entwässerung und Schwammstadt

Ergänzend zur bestehenden Mischwasserkanalisation wird ein Regenwasserkanal neu gebaut, der dezentrale Speicherelemente wie Mulden, Tiefbeete, Rigolen und Baumrigolen zu einem vernetzten Regenwassersystem verbindet. Die Maßnahme ist Teil eines Regenwassersystems, das die Innenstadt mit dem Grummer Bach im Norden verbindet. Eine Förderung über das Landesprogramm „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRIS) im Rahmen der Zukunftsinitiative Klima.Werk wurde beantragt.

Bäume

Im 2. Bauabschnitt stehen aktuell 23 Platanen. Von diesen müssen 13 gefällt werden, da ihre Wurzeln bereits Gehwegflächen anheben und die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. 10 Bäume werden erhalten. Zum Ausgleich sind 45 Neupflanzungen vorgesehen, sodass nach Abschluss der Maßnahme insgesamt 55 Baumstandorte vorhanden sein werden.

  • Bestand: 23 Bäume
  • Fällungen: 13
  • Erhalt: 10
  • Neupflanzungen: 45
  • Summe nach Planung: 55 Bäume

Die Baumreihe entlang des Kirmesplatzes bleibt teilweise erhalten; in diesem Bereich wird auf Stellplätze zugunsten eines durchgängigen Grünstreifens verzichtet.

ÖPNV und Beleuchtung

Die Buslinie 354 verkehrt im Bereich des 2. Bauabschnitts. Die Bushaltestelle „Gersteinring“ wird in beiden Fahrtrichtungen niederflurgerecht ausgebaut. Unterhalb der Castroper Straße verläuft die Stadtbahnlinie 308/318. Ein vorhandener Schachtdeckel eines nicht genutzten Notausstiegs muss im Zuge der Kanalarbeiten um rund 3,5 Meter tiefer gelegt werden.

Die Straßenbeleuchtung wird zwischen Klinikstraße und der Kreuzung Gersteinring/Castroper Straße vollständig erneuert. Neue Beleuchtungsmasten werden im Mittelstreifen aufgestellt. Im Bereich vor dem Ruhrstadion bleibt die bestehende abgehängte Beleuchtung erhalten.

Sicherheitskonzept an Spieltagen

Der Abschnitt hat als Hauptverbindung zwischen Hauptbahnhof und Ruhrstadion eine besondere Bedeutung für das polizeiliche Sicherheitskonzept an VfL-Spieltagen. Fanmärsche werden von der Polizei auf der Fahrbahn begleitet. Der geplante Querschnitt – identisch mit dem ersten Bauabschnitt – bietet dafür ausreichend Breite. An Spieltagen werden weiterhin Halteverbote im öffentlichen Straßenraum durchgesetzt. Während der Bauarbeiten direkt vor dem Stadion erfolgt die Baustellensicherung in Abstimmung mit der Polizei.

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtkosten betragen laut Kostenschätzung vom 29. Mai 2026 rund 16,93 Millionen Euro brutto. Sie gliedern sich wie folgt:

  • Straßenbau (inkl. Lichtsignalanlagen, Markierungen, Haltestellen): ca. 4,57 Mio. Euro
  • Entwässerung inkl. Schwammstadtelemente: ca. 9,12 Mio. Euro
  • Versorgungsleitungen und Beleuchtung: ca. 0,52 Mio. Euro
  • Konstruktiver Ingenieurbau (Notausstieg): ca. 0,51 Mio. Euro
  • Bauzeitliche Verkehrsführung: ca. 2,21 Mio. Euro

Für die Maßnahme wurden Fördermittel beantragt:

  • Kommunaler Straßenbau: ca. 4,01 Mio. Euro (Förderung 75 %)
  • KRIS-Programm: ca. 4,30 Mio. Euro (Förderung 100 %)
  • ÖPNV: ca. 0,17 Mio. Euro (Förderung 100 %)
  • KAG-Zuschüsse: ca. 5,48 Mio. Euro

Die erwarteten Einnahmen belaufen sich auf insgesamt rund 12,96 Millionen Euro. Der voraussichtliche Eigenanteil der Stadt beträgt damit rund 3,97 Millionen Euro. Die Förderanträge befinden sich noch in der Prüfung.

Bauzeit und Ablauf

Der rund 600 Meter lange Abschnitt wird in drei Teilabschnitte unterteilt:

  • Klinikstraße bis Haltestelle Planetarium (Castroper Str. 97)
  • Haltestelle Planetarium bis Kreuzung Gersteinring
  • Kreuzung Gersteinring bis Ruhrstadion

Die Bauzeit wird auf rund vier Jahre veranschlagt; der Ausführungszeitraum ist für 2027 bis 2030 vorgesehen. Während der gesamten Bauzeit ist eine 1+1-Verkehrsführung mit je einem Fahrstreifen pro Richtung geplant. Als Umleitstrecken sind die Harpener Straße/Karl-Lange-Straße sowie die Küppersstraße/Klinikstraße vorgesehen.

Politisches Verfahren

Der Grundsatzbeschluss zur Maßnahme wurde am 17. April 2024 unter der Beschlussnummer 20233430 im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität gefasst. Die aktuelle Beschlussvorlage wird zunächst am 25. Juni 2026 der Bezirksvertretung Bochum-Mitte zur Anhörung vorgelegt, bevor am 2. Juli 2026 der Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur die abschließende Entscheidung trifft.

Unterlagen

Beratungen

Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur (6. Sitzung)
02.07.2026
kein Ergebnis hinterlegt
Bezirksvertretung Bochum-Mitte (7. Sitzung)
25.06.2026
kein Ergebnis hinterlegt