Stand und Weiterentwicklung der Defibrillator-Infrastruktur in Bochum
20261304 · Antwort der Verwaltung · 18.06.2026 · Gesundheitsamt
▶ KI-Zusammenfassung
Beratungsfolge
Datum | Gremium | Ergebnis | 07.05.2026 | Rat | Die Anfrage wird schriftlich beantwortet. | 18.06.2026 | Rat | noch nicht beraten |
Die Stadtverwaltung hat sieben Fragen der CDU-Fraktion zum aktuellen Stand der Defibrillator-Versorgung und der Initiative „Bochum rettet Leben – Stadt mit Herz“ beantwortet. Aktuell sind 189 Laien-Defibrillatoren beim Gesundheitsamt gemeldet.
Geringe Steigerung der Gerätezahl
Mit Stand vom 31. Mai 2026 führt das Gesundheitsamt 189 gemeldete Laien-Defibrillatoren (AED). Seit Juni 2023 hat sich die Anzahl um lediglich sieben Geräte erhöht – damals waren 182 Standorte verzeichnet. Die Differenz umfasst sowohl neu gemeldete als auch abgemeldete Standorte.
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Bewertung der Verteilung problematisch
Eine aussagekräftige Bewertung der räumlichen Verteilung im Stadtgebiet ist nach Angaben der Verwaltung nicht möglich, da keine Verpflichtung zur Meldung von Defibrillatoren beim Gesundheitsamt besteht. Von einer hohen Quote unbekannter Standorte sei auszugehen.
Bei den verzeichneten Geräten sind vor allem in den randständigen Stadtteilen weniger Standorte bekannt:
- Stiepel
- Linden
- Eppendorf
- Höntrop
- Langendreer
- Bergen
- Riemke
- Hordel
Ein relevanter Anteil der verzeichneten Geräte stammt von der Stadtverwaltung und den Krankenhäusern.
Aufklärungsarbeit statt konkreter Ausbaumaßnahmen
Konkrete Maßnahmen zum Ausbau der Defibrillator-Versorgung plant die Verwaltung nicht. Sie verweist darauf, dass sich nicht abschließend feststellen lasse, inwiefern Versorgungslücken bestehen. Die Stadt setze sich durch Aufklärungsarbeit für lebensrettende Maßnahmen und die Installation von Laien-Defibrillatoren im öffentlichen Raum ein.
Schulungsangebote etabliert
Der Aktionstag zur Woche der Wiederbelebung hat sich als jährlich wiederkehrende Veranstaltung etabliert. Gemeinsam mit Akteuren aus dem Gesundheitswesen werden Informationen und praktische Übungen zu Erster Hilfe, Basis-Reanimation und Laien-Defibrillation angeboten. Zusätzlich ist der öffentliche Gesundheitsdienst auf weiteren Veranstaltungen präsent, zuletzt beim IBO-Gesundheitsforum.
Neun Defibrillatoren in Sportstätten
Das Gesundheitsamt verzeichnet derzeit neun Defibrillatoren in öffentlichen Sportstätten und Sporthallen. Eine abschließende Aussage zur Vollständigkeit ist nicht möglich, da auch hier von unbekannten Standorten auszugehen ist. Eine Verpflichtung zur Ausstattung öffentlicher Sportstätten mit Defibrillatoren besteht nicht.
Strategische Ziele der Initiative
Die Initiative „Bochum rettet Leben – Stadt mit Herz“ (früher „Bochum Herzsicher“) verfolgt mehrere Ziele:
- Schaffung einer öffentlich zugänglichen Informationsgrundlage zu Defibrillator-Standorten
- Förderung einer flächendeckenden Installation von Defibrillatoren
- Information und Aufklärung der Bevölkerung
- Installation von Geräten in städtischen Gebäuden
- Schulung der Bevölkerung zu lebensrettenden Maßnahmen
Der Erfolg wird über Marker wie die Anzahl erreichter Personen evaluiert.
Feuerwehr-Leitstelle erfasst mehr Standorte
Die Leitstelle der Feuerwehr hat mit Stand Januar 2021 insgesamt 155 Defibrillator-Standorte erfasst – deutlich weniger als die 189 beim Gesundheitsamt gemeldeten Geräte. Die Einführung einer Ersthelfer-App befindet sich aufgrund der aktuellen Haushaltslage noch in Prüfung.
Unterlagen
- Anfrage (20261254) Stand und Weiterentwicklung der Defibrillator-Infrastruktur in Bochum (PDF) Vorgang im Ratsinformationssystem- Antwort der Verwaltung (20261304) Stand und Weiterentwicklung der Defibrillator-Infrastruktur in Bochum (PDF) Vorgang im Ratsinformationssystem