Wissenschaftliche Untersuchungen zur Kammmolchpopulation in Bochum
20230079 · Beschlussvorlage der Verwaltung · 02.02.2023 · Umwelt- und Grünflächenamt
Einstimmig nach Beschlussvorschlag
▶ KI-Zusammenfassung
Die Ruhr-Universität Bochum untersucht seit 2021 im Rahmen eines landesweiten Projekts die Ausbreitung und Dynamik des Hautpilzes Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) beim Kammmolch. Die wissenschaftliche Arbeit umfasst den Vergleich von Populationen in Bochum, Duisburg und der Eifel. Für das Jahr 2023 ist eine Fortführung der Untersuchungen mit Schwerpunkt im Naturschutzgebiet Blumenkamp vorgesehen.
Die methodische Durchführung sieht vor, Tiere mittels Reusen zu fangen, Hautabstrichproben zur Untersuchung auf den Pilz zu entnehmen sowie die Bauchseiten zur späteren Wiederidentifizierung zu fotografieren. Nach der Probenentnahme werden die Tiere am Fundort wieder ausgesetzt.
Da diese Maßnahmen gegen bestehende Verbotsbestände des Landschaftsplanes Bochum Mitte/Ost verstoßen – insbesondere hinsichtlich des Betretens von Naturschutzgebieten außerhalb befestigter Wege sowie des Fangs wildlebender Tiere –, plant die Untere Naturschutzbehörde eine Befreiung von diesen Verboten nach § 67 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz. Zudem wird eine Ausnahmegenehmigung gemäß § 45 Abs. 7 Nr. 3 Bundesnaturschutzgesetz angestrebt, um das Fangen der geschützten Arten zu ermöglichen. Dem Naturschutzbeirat wird vorgeschlagen, der Erteilung dieser Befreiung durch die Naturschutzbehörde nicht zu widersprechen.
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