Anpassung der Verpflegungsentgelte für die Über-Mittag-Betreuung in den städtischen Kindertageseinrichtungen ab dem 01.08.2026 - Änderung des § 2 D/I der Entgeltregelungen der Stadt Bochum
✦ Zusammenfassung
Strukturelles Defizit bei Verpflegungskosten
Die Kalkulation zeigt ein erhebliches Missverhältnis zwischen tatsächlichen Kosten und Erträgen. Die realen Verpflegungskosten betragen 112,50 Euro pro Kind und Monat, während bisher nur 57,50 Euro erhoben wurden. Dies entspricht einem Kostendeckungsgrad von lediglich 51 Prozent.
Mit der neuen Regelung steigt der Kostendeckungsgrad auf etwa 62 Prozent. Die Verwaltung verzichtet bewusst auf eine Vollkostenrechnung, da dies zu "unzumutbar hohen Belastungen der Eltern" führen würde.
Jährliche Erhöhung um 2,50 Euro
Erstmals zum 1. August 2027 wird das Verpflegungsentgelt automatisch um 2,50 Euro erhöht - ein Euro mehr als in den vergangenen Jahren. Diese Dynamisierung soll jeweils zum 1. August erfolgen und den kontinuierlichen Kostensteigerungen besser Rechnung tragen.
Vergleich mit anderen Trägern
Die städtischen Kindertageseinrichtungen liegen mit dem neuen Entgelt im unteren Bereich der örtlichen Anbieter. Die Arbeiterwohlfahrt erhebt bereits seit August 2025 70 Euro, der KiTa-Zweckverband im Bistum Essen 82,40 Euro und die evangelische Kindergartengemeinschaft 77 Euro.
Finanzielle Auswirkungen
Für 2026 erwartet die Stadt durch die Erhöhung Mehrerträge von 21.000 Euro, für 2027 von 178.000 Euro. Über den gesamten Fünfjahreszeitraum bis 2031 summieren sich die zusätzlichen Einnahmen auf rund 1,365 Millionen Euro.
Keine Auswirkungen für einkommensschwache Familien
Empfänger von Sozialleistungen, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz können weiterhin eine Befreiung vom Verpflegungsentgelt nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz beantragen. Auch der Härtefallfonds des Landes "Alle Kinder essen mit" bleibt verfügbar.
Die Entscheidung liegt beim Rat der Stadt, der am 7. Mai 2026 über die Vorlage abstimmt. Zuvor beraten der Jugendhilfeausschuss am 22. April und der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss am 29. April.
Dokumente
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Beratungsfolge
- 07.05.2026Mehrheitlich nach BeschlussvorschlagEnthaltungen: 0dagegen: 9 (Linke,Backs)dafür: 76 (SPD,CDU,AfD,Grüne,FDP-UWG:WAT, UWG FB- BSW,StG/V,OB)
- 22.04.2026Mehrheitlich nach BeschlussvorschlagEnthaltungen: 0Dagegen: 2 (Linke, Hr. Hermann)Dafür:12 (SPD, CDU, Grüne, UWG:FB, AfD, Freie Träger)
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