Durchführung eines Ratsbürgerentscheides zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele
✦ Zusammenfassung
Sorge um Mietpreissteigerungen und Verdrängung
Besonders kritisch sieht Die Linke die sozialen Auswirkungen. Unter Verweis auf eine Studie von Lopes dos Santos et al. (2025) warnt die Fraktion vor Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen, extremen Mietpreissteigerungen und Gentrifizierung, wie sie in London, Rio, Barcelona und anderen Olympia-Städten aufgetreten seien. Die Partei fragt nach konkreten Schutzmaßnahmen für Mieter und Plänen zur systematischen Erhebung von Mietpreisdaten.
Kostenrisiken im Fokus
Zur Finanzierung verweist Die Linke auf die Oxford Olympic Study (Flyvbjerg et al. 2021), die eine durchschnittliche Kostenüberschreitung von 172 Prozent bei Sommerspielen seit 1960 dokumentiert. Die Fraktion kritisiert, dass Infrastrukturkosten nicht konkret beziffert werden, obwohl dies für eine "informierte Bürgerentscheidung essenziell" sei.
Historische Problematik des Jahres 2036
Besonders brisant ist die Frage nach der historischen Verantwortung: Eine Bewerbung für 2036 wäre "historisch hochproblematisch", da die Spiele dann 100 Jahre nach den nationalsozialistischen Propagandaspielen von Berlin stattfinden würden. Die Linke fragt, ob diese historische Tragweite in der öffentlichen Kommunikation thematisiert wird.
Weitere Kritikpunkte
Die Anfrage umfasst auch Fragen zu vulnerablen Gruppen - mit Verweis auf die Verdrängung Obdachloser vor den Pariser Spielen 2024 - sowie zu Korruptionsrisiken rund um das IOC. Auch die einseitigen Host City Contracts und deren Vereinbarkeit mit der kommunalen Selbstbestimmung werden hinterfragt.
Zweifel am wirtschaftlichen Nutzen
Schließlich bezweifelt Die Linke die behaupteten volkswirtschaftlichen Vorteile. Studien von Baade & Matheson (2016) erkannten keinen nachhaltigen ökonomischen Nutzen, während Zimbalist (2015) sogar systematische Verluste für Austragungsstädte feststellte. Die Fraktion fordert eine unabhängige Kosten-Nutzen-Analyse.
Die Verwaltung wird um schriftliche Beantwortung gebeten, bei schneller zu beantwortenden Fragen auch um Zwischenmitteilungen.
Dokumente
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Beratungsfolge
- 05.02.2026Die Anfrage wird schriftlich beantwortet.
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