Opferschutz
✦ Zusammenfassung
Statistik zu häuslicher Gewalt alarmierend
Die vom Polizeipräsidium übermittelten Zahlen zeigen das Ausmaß häuslicher Gewalt auf: Zwischen 2021 und 2024 waren im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums (Bochum, Herne, Witten) jährlich zwischen 1.799 und 1.916 weibliche Opfer von häuslicher Gewalt zu verzeichnen. Eine differenzierte Auswertung ausschließlich für das Stadtgebiet Bochum ist laut Polizei nicht möglich.
Bei Tötungsdelikten mit weiblichen Opfern schwankten die Zahlen in den letzten zehn Jahren zwischen null und fünf Fällen pro Jahr. Das Polizeipräsidium weist darauf hin, dass die Tatmotivation nicht Gegenstand der Polizeilichen Kriminalstatistik ist und daher keine Klassifizierung als Femizid möglich sei.
Umfassendes Beratungsnetzwerk vorhanden
Die Stadt verfügt über ein breites Spektrum an Hilfs- und Beratungsangeboten. Dazu zählen das Frauenhaus, NORA e.V., MIRA e.V., Wildwasser e.V., Rosa Strippe e.V., Frauen in Not sowie das Evangelische Beratungszentrum der Diakonie Ruhr. Zusätzlich bieten die Caritas mit "Neue Wege" eine Kinderschutzambulanz und der kriminalpolizeiliche Opferschutz Unterstützung.
Ein besonderes Angebot ist die Vertrauliche Spurensicherung (VSS) in mehreren Kliniken, die es Gewaltopfern ermöglicht, Spuren dokumentieren zu lassen, ohne sofort Anzeige erstatten zu müssen.
Präventionsarbeit in Schulen und Jugendeinrichtungen
Das Polizeipräsidium führt Präventionsmaßnahmen an Schulen durch, darunter Vorträge zur Gewaltprävention ab der siebten Klasse und spezifische Formate zu sexualisierter Gewalt ab der neunten Klasse. Das Pilotprojekt "miteinander.stark.sicher" soll künftig die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Schulen intensivieren.
Die Träger der Jugendhilfe setzen auf vielfältige Präventionsansätze: Das Programm "Kurve kriegen" zeigt mit einer Rückfallreduktion von bis zu 75 Prozent beachtliche Erfolge. Weitere Maßnahmen umfassen Anti-Gewalt-Trainings, Sozialtrainings und spezialisierte Angebote für junge Menschen, die sexualisierte Delikte begangen haben.
Netzwerkarbeit und Social Media Kampagnen
Zweimal jährlich trifft sich das Netzwerk gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, koordiniert vom Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion sowie dem Opferschutz der Polizei. Dem Netzwerk gehören Vertreter aus Beratungsstellen, Gesundheitswesen, Justiz und Stadtverwaltung an.
Die Stadt hat bereits mehrere erfolgreiche Kampagnen durchgeführt, darunter "It's a dress, not a yes!" zum Weltmädchentag 2025 und verschiedene Kooperationen mit dem VfL Bochum 1848 unter Mottos wie "Echte Kerle schlagen nicht!" oder "Rote Karte bei häuslicher Gewalt!".
Bedarf für zweites Frauenhaus erkannt
Die Verwaltung bestätigt den bereits in einer früheren Antwort (Nr. 20250944) festgestellten Bedarf für zusätzliche Aufnahmemöglichkeiten. Die Caritas als Betreiberin des bestehenden Frauenhauses hatte bereits im April 2025 Gesprächsbereitschaft für eine Kapazitätserweiterung signalisiert. Die Einrichtung eines "runden Tisches" in Zusammenarbeit mit der AG Wohlfahrt wird als sinnvoll erachtet, um das Thema voranzubringen.
Koordinierungsstelle arbeitet an Aktionsplan
Im Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion arbeitet eine Koordinierungsstelle zur kommunalen Umsetzung der Istanbul-Konvention. Aktuell wird eine digitale Umfrage zur Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse des Gewalthilfesystems durchgeführt. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für einen Aktionsplan dienen.
Dokumente
- Hauptdokument als PDF öffnen ↗ Volltext indexiert
Beratungsfolge
- 05.03.2026kein Ergebnis hinterlegt
Verwandte Vorlagen
Weitere Vorlagen: Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion
- Wahl der Vertreterin für die Inklusionskonferenz 05.05.2026
- Arbeitsschwerpunkte des Beirats "Gleichstellung und Vielfalt" für die aktuelle Wahlperiode 05.05.2026
- Wahl der Vertreterin für die kommunale Gesundheitskonferenz 05.05.2026
- Wahl der Vertreterin für die Konferenz Alter und Pflege 05.05.2026
- Wahl der Vorsitzenden und ihrer Stellvertreterinnen 05.05.2026
- Neufassung Geschäftsordnung Beirat "Gleichstellung und Vielfalt" 18.06.2026
Aus derselben Sitzung
- Bericht zur kommunalen Pflegeplanung - Fortschreibung zum Stand Dezember 2024 Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales (3. Sitzung), 05.03.2026
- 2. Nachtrag zu dem Geschäftsraummietvertrag für die Liegenschaft Schützenstr. 148 in Bochum über die Verlängerung der Anmietung bis zum 14.03.2031 von vier Wohnungen im Rahmen der Unterbringung von Personen, die aufgrund von Wohnraumverlust von unfreiwilliger Obdachlosigkeit bedroht sind Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales (3. Sitzung), 05.03.2026
- Geförderter Wohnungsbau: Rückblick 2025 - Ausblick 2026 Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales (3. Sitzung), 05.03.2026
- Sozialbetrug bekämpfen – Teilnahme am Projekt „Missimo“ Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales (3. Sitzung), 05.03.2026
- Niederschrift der Sitzung der Konferenz Alter und Pflege vom 03.12.2025 Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales (3. Sitzung), 05.03.2026
- Kommunale Pflegeplanung Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales (3. Sitzung), 05.03.2026
✉ Neue Vorlagen zum Thema Soziales, Gesundheit & Integration direkt ins Postfach
Bestätigungsmail (Double-Opt-in) · weitere Themen & Bezirke · Datenschutz